Ergonomie am Arbeitsplatz

Meist merkt man erst Jahre später, dass man die ganze Zeit nicht ergonomisch korrekt an seinem Arbeitsplatz saß. Das kann sich durch Rückenschmerzen und andere gesundheitliche Probleme äußern, weswegen man früh genug dagegen vorgehen sollte. Da man zunehmend im Sitzen arbeitet oder seine Hobbies ausübt, ist es sehr wichtig, auf Ergonomie am Arbeitsplatz zu achten. Das fördert nämlich die Konzentration, beugt Krankheiten vor und die Arbeit geht direkt leichter von der Hand.


Warum ist Ergonomie am Arbeitsplatz wichtig?

Ein normaler Arbeitsplatz besteht grundsätzlich aus einem Tisch, einem Bürostuhl und einem PC, an dem gearbeitet wird. So simpel, wie sich das jedoch anhören mag, ist es nicht. Vor allem, wenn man den Körper in einer langen Phase des Sitzens unterstützen und nicht belasten möchte.

Denn bereits ein falsch eingestellter Bürostuhl kann auf lange Sicht Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen verursachen und noch ganz andere gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Daher ist es unglaublich wichtig, darauf zu achten, dass der Arbeitsplatz ergonomisch korrekt eingerichtet ist und den Körper bei der Arbeit unterstützt, statt ihm zu schaden.

Dafür sind weiterhin nur ein Tisch, ein Stuhl und ein PC notwendig, doch in den richtigen Größen und Abständen. Es müssen nicht zwangsweise neue Möbel gekauft werden, da es vielleicht schon reicht, diese korrekt auf den Nutzer auszurichten.

Allerdings gibt es zudem auch diverse Verbesserungen im Bereich der Computer-Hardware, denn auch Monitor, Maus und Tastatur sollten entsprechend ergonomisch sein. Wie das ganze aussehen kann? Das haben wir euch hier zusammengefasst.

Ein ergonomischer Arbeitsplatz schützt vor Rücken- und Kopfschmerzen
Ergonomie am Arbeitsplatz fördert die Konzentration und hält fit über den Tag.

Definition von Ergonomie

Laut des Instituts für Integrierte Produktion Hannover wird Ergonomie als “Wissenschaft von der menschlichen Arbeit” definiert und zusätzlich als die “Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen und nicht umgekehrt” angesehen.

Ziel eines ergonomischen Arbeitsplatzes ist demnach “eine erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit und Verringerung des Krankenstandes.”

Damit ist die Ergonomie eine wichtige Wissenschaft, die jedoch oft übersehen wird, vor allem am heimischen Arbeitsplatz.

In Zeiten, in denen das Home Office jedoch immer wichtiger wird, sollte auch der heimische Arbeitsbereich eben jene Regeln befolgen, an die Arbeitgeber sich schon seit Jahren halten müssen und sollten.

Ergonomie setzt sich aus dem griechischen Wort “ergon” für Arbeit und “nomos” für Gesetz oder Regel zusammen.

Gesetze und Verordnungen

Darunter fällt zunächst die Verordnung über Arbeitsstätten sowie das Arbeitsschutzgesetz. Beide Einträge definieren genau, für was der Arbeitgeber verantwortlich ist und wie ein Arbeitsplatz korrekt eingerichtet sein muss, damit der Arbeitnehmer nicht nur sicher, sondern auch gesund arbeiten kann.

Wenn der Arbeitsplatz also laut Verordnung eingerichtet ist, sollten Bürostuhl, Tisch und PC so aufeinander abgestimmt sein, sodass man in einer aufrechten Sitzhaltung gerade auf den Bildschirm schaut.

Zudem sollten zusätzliche Dinge wie Monitorerhöhungen zur Verfügung gestellt werden, sollten diese für eine bessere Ergonomie erforderlich sein.

Doch wie genau sieht ein ergonomisch eingerichteter Schreibtisch aus und was ist besonders zu beachten? Was sind essentielle Bestandteile und wie sollten die zusammenspielen?

Gesetze und Verordnungen
Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist gesetzlich vorgeschrieben.

Der ergonomische Arbeitsplatz – ein Leitfaden

Das Einrichten eines ergonomischen Arbeitsplatzes ist nicht schwierig, solange man auf ein paar Dinge achtet. Besonders vor dem Kauf neuer Möbel sollte man genau schauen, welche Tische und Bürostühle für einen ergonomischen Arbeitsplatz in Frage kommen. Mittlerweile gibt es bereits gute Produkte zum kleinen Preis. Auch Monitore und andere Computer-Hardware sollte man sich genauer anschauen, damit man nicht aus Gewohnheit doch zum Modell greift, dass nicht auf einen ergonomisch korrekten Schreibtisch gehört.

Bürostuhl

Wenn wir schon den ganzen Tag überwiegend im Sitzen arbeiten, sollte auch der entsprechende Bürostuhl bequem sein, unserem Rücken aber dennoch eine gute Stabilität geben. Daher ist es wichtig, dass der Bürostuhl zunächst in der Höhe verstellt werden kann und auch die Rückenlehne sollte verstellbar sein. Dadurch kann der Bürostuhl optimal auf den Körper des individuellen Nutzers eingestellt werden. Zudem sollte die Möglichkeit bestehen, auch die Armlehnen sowie die Sitzfläche zu verstellen, sodass der Bürostuhl sich noch besser an den Nutzer anpassen kann. 

Dabei sollte man darauf achten, dass bei einer geraden Sitzposition die Füße ganz auf dem Boden aufgestellt sind und die Oberschenkel und Waden einen rechten Winkel bilden. Auch die Oberschenkel und der Rücken sollten einen rechten Winkel bilden, sodass eine korrekte Sitzhaltung eingehalten werden kann.

Schreibtisch

Ein Schreibtisch, an dem man dauerhaft arbeitet, sollte eine bestimmte Größe, Breite und Tiefe haben, sodass natürlich alle wichtigen Utensilien darauf Platz finden. Doch es sollte auch genug Platz sein, sodass man einen entsprechenden Abstand zum Bildschirm hat. Hinzu kommt, dass man in sitzender Position die Unterarme waagerecht auf den Schreibtisch ablegen kann. Außerdem sollte auch genügend Beinfreiheit gewährt werden, ohne das man unter dem Tisch an irgendwelche Kabel stößt.

Eine weitreichende Empfehlung ist ein höhenverstellbarer Schreibtisch, an dem man auch im Stehen arbeiten kann. Dadurch bewegt man sich während der Arbeit mehr und der Rücken wird zwischenzeitlich entlastet, sodass man die Gefahr, Rückenschmerzen zu bekommen oder zu verstärken, deutlich verringern kann. Das Stehen fördert zudem die Konzentration, beugt Müdigkeit vor und verbessert dadurch die Gesundheit auf lange Sicht. 

Des weiteren können kleine Monitortische dazu beitragen, die richtige Höhe für den Bildschirm zu finden, sollte dieser sich nicht entsprechend in der Höhe verstellen lassen.

Monitor richtig einstellen

Natürlich sollte neben den Möbeln auch der Monitor korrekt eingestellt sein, sodass der Nacken auf Dauer nicht steif wird oder man sich eine Zerrung zuzieht. Ein falsch ausgerichteter Monitor kann nämlich auf Dauer zu einer schwerwiegenden Fehlhaltung führen. Meist ist eine ergonomische Ausrichtung schon durch ein paar Handgriffe getan, allerdings sollte man sich am besten vor dem Kauf des Monitors darüber informieren, ob er auch ergonomisch verstellt werden kann.

Die Oberkante des Monitors sollte sich in etwa auf Augenhöhe befinden und der Bildschirm sollte etwa eine Armlänge vom Nutzer entfernt stehen.

Monitore gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Größen, doch es ist wissenschaftlich erwiesen, dass man vor allem mit einem zweiten oder gar dritten Monitor über 35 % effektiver arbeitet. Eine Bildschirmgröße von 19 Zoll reicht in dem Fall aus, jedoch sollte bei nur einem Monitor die Größe mindestens 22 Zoll betragen. Je nach Arbeitsbereich lohnt sich natürlich der Kauf eines Ultrawide-Monitors, um die Arbeitsfläche von zwei oder drei Monitoren in einem zu vereinen.

Ein ergonomischer Bildschirm sollte sich sowohl neigen, drehen, als auch in der Höhe verstellen lassen. Dadurch wird sicher gestellt, dass er immer optimal auf den Nutzer ausgerichtet ist. Eine gerade Draufsicht ist dabei entscheidend, da es sonst schnell zu einer Fehlhaltung kommen kann. Hier können auch entsprechende Wand- oder Tischhalterungen Abhilfe schaffen, die sich, je nach Modell, noch besser auf den Nutzer anpassen lassen.

Auf dem Kanal Ergotopia könnt ihr euch genauer anschauen, wie man einen Monitor ergonomisch einstellt.

Ergonomische Maus und Tastatur

Nicht nur Möbel und Monitore werden immer ergonomischer, sondern auch Mäuse und Tastaturen, ohne die die meiste Arbeit am PC gar nicht möglich wäre. Bei einer ergonomischen Haltung denken die meisten Menschen jedoch zunächst nur an den Rücken, doch auch die Hände, die den ganzen Arbeitstag Maus und Tastatur bedienen, sollten ebenfalls soweit es geht entlastet werden. Daher ist es auch hier wichtig, ergonomisch korrekte Hardware zu nutzen.

Maus

Eine normale Maus erfüllt an den meisten Arbeitsplätzen ihren Zweck, jedoch wird dadurch dauerhaft das Handgelenk in eine unnatürliche Position gezwungen. Eine ergonomisch korrekte Maus unterstützt die natürliche Haltung des Handgelenks, wodurch es deutlich entlastet wird.

Die meisten ergonomischen Mäuse sind zudem im Büro sowie im Home-Office geeignet. Zusätzlich gibt es auch eine große Auswahl an ergonomisch korrekten Gaming-Mäusen, sodass auch beim Zocken das Handgelenk weitestgehend entlastet wird.

Die besondere Form der ergonomischen Mäuse machen es möglich und es bedarf eine kurze Eingewöhnungszeit beim Wechsel. Nach längerer Benutzung merkt man jedoch schnell, dass die Handgelenke deutlich entspannter sind.

Tastatur

Ergonomische Tastaturen sind noch immer sehr selten am Arbeitsplatz zu finden, doch auch sie unterstützen durch ihre besondere Form die natürliche Haltung der Hände. Denn durch eine dauerhaft unnatürliche Haltung werden viele verschiedene Muskeln, Sehnen und Gelenke falsch beansprucht, was schnell zu Verspannungen und Schmerzen führen kann.

Auch hier kommen Gamer auf ihre Kosten, da es auch ergonomische Tastaturen mit RGB-Beleuchtung gibt und gerade für den eSport muss eine Tastatur anders aufgebaut sein, als beim gelegentlichen Zocken.

Die geschwungene Form der ergonomischen Tastaturen machen es möglich, dass das Handgelenk weniger gebeugt und dadurch deutlich besser unterstützt wird. Es gibt sogar Tastaturen, die man in der Mitte teilen kann, um sie dadurch noch besser an den jeweiligen Nutzer anzupassen.

Büroraum, Licht- und Luftverhältnisse

Ein ergonomischer Arbeitsplatz macht schon viel aus, um die Gesundheit zu fördern. Jedoch spielt auch die Arbeitsumgebung eine große Rolle. Hier können verschiedene Dinge helfen, weswegen wir eine kleine Checklist erstellt haben.

Pflanzen im Büro verbessern die Luftqualität.
Pflanzen machen den Arbeitsplatz nicht nur freundlicher, sie helfen zudem die Luft zu verbessern.
  • Es sollte ausreichend Arbeitsfläche pro Arbeitsplatz verfügbar sein
    • ca. 10m² pro Arbeitsplatz
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 40 – 60 % liegen
    • Regelmäßiges Lüften liefert frischen Sauerstoff
    • Großblättrige Pflanzen im Büro verteilen, die auf natürliche Weise die Luftqualität verbessern
    • Luftbefeuchter aufstellen, die sogar mit entsprechenden Düften angereichert werden können
  • Der Lärmpegel sollte so niedrig wie möglich gehalten werden
    • Hier können Noise-cancelling Kopfhörer Abhilfe schaffen
  • Natürliches Tageslicht ist die beste Beleuchtung
    • Wenig künstliches Licht verwenden
    • Direkte Beleuchtung vermeiden
  • Übungen für Rücken, Nacken oder die Schultern, die man bequem am Arbeitsplatz erledigen kann, helfen zusätzlich.
    • Schultern kreisen lassen
    • Schläfen massieren
    • Oberkörper nach links und rechts drehen im Sitzen
    • Regelmäßig aufstehen und sich bewegen

Schon kleine Verbesserungen zahlen sich aus

Vor allem im Home-Office schreckt die Vorstellung viele Menschen ab, einen ergonomisch korrekten Arbeitsplatz einzurichten. Denn Ergonomie wird mit teuren Möbeln und teurer Hardware in Verbindung gebracht, was jedoch nicht immer der Fall ist.

Bereits Kleinigkeiten wie eine Erhöhung des Monitors kann bereits helfen, Rückenschmerzen zu lindern, wenn der Bürostuhl und Schreibtisch bereits gut eingestellt sind. Diese Tischchen sind meist relativ preiswert, können aber schon einen enormen Unterschied machen.

Auch Büromöbel, die verstellbar sind, werden zunehmend erschwinglicher und eine Investition in die Gesundheit ist jeden Cent wert. Das wichtigste ist und bleibt regelmäßige Bewegung und wenn es der Arbeitsplatz ermöglicht, hilft schon ein Spaziergang in der Mittagspause, den Rücken nach stundenlangem Sitzen zu mobilisieren.

Ansonsten sind Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Arbeitnehmern entsprechende Arbeitsplätze einzurichten, sodass sie ihnen lange erhalten bleiben. Denn Rückenschmerzen zählen nach Infektionen zu den häufigsten Gründen für eine Krankmeldung. Solche wohlmöglich langfristigen Probleme kann man mit Ergonomie wunderbar umgehen.

Ergonomisch eingerichtetes Büro
Bereits Kleinigkeiten können zu einem gesünderen und ergonomischeren Arbeitsplatz beitragen.